Siehe Bericht Spitalplanung: https://www.fr.ch/sites/default/files/2026-02/bericht-vernehmlassung--spitalplanung-2026.pdf?v=1770799583
Die Spitalplanung 2026 wirft wichtige Fragen auf – insbesondere zur Zweisprachigkeit im Kanton Freiburg. Dieser zentrale Aspekt kommt im Bericht deutlich zu kurz.
Wie stellt der Kanton sicher, dass deutschsprachige Patientinnen und Patienten, die ausserkantonal behandelt werden müssen, tatsächlich Zugang zu geeigneten Angeboten in ihrer Sprache erhalten? Gibt es dafür verbindliche Garantien?
Besonders besorgniserregend ist die Situation in der deutschsprachigen Akut-Pädiatrie und Akutgeriatrie. Hier stellt sich die Frage, ob das Angebot den Bedarf wirklich abdeckt – oder ob Versorgungslücken bewusst in Kauf genommen werden.
Unklar bleibt auch, weshalb beim HFR offenbar Probleme mit den Rechnungslegungsstandards bestehen. Transparenz wäre gerade hier zentral, um Vertrauen in die Planung zu schaffen.
Nicht nachvollziehbar ist zudem, warum die Klinik La Berra im Bericht berücksichtigt wird, obwohl sie sich erst in der Planungsphase befindet. Ein solches Projekt kann den heutigen Bedarf nicht decken und verzerrt die Analyse.
Schliesslich fehlt eine entscheidende Datengrundlage: Wie viele deutschsprachige Patientinnen und Patienten werden heute ausserhalb des Kantons behandelt – und welche Auswirkungen hätte es auf die Planung, wenn ein Teil dieser Fälle wieder in Freiburg versorgt würde? Hat der Kanton überhaupt ein Interesse daran, diese Patientinnen und Patienten zurückzuholen? Oder wird deren Bedarf stillschweigend aus der Planung ausgeklammert?
Dabei zeigen andere Kantone, dass es konkrete Lösungen gibt. Der Kanton Bern verfolgt eine aktive Zweisprachigkeitsstrategie in der Spitalversorgung mit klaren Anforderungen an Institutionen und gezielter Förderung von zweisprachigem Personal. Im Kanton Wallis wird die sprachliche Betreuung im Klinikalltag organisatorisch sichergestellt, etwa durch gezielt eingesetzte zweisprachige Teams. Und am Spitalzentrum Biel ist Zweisprachigkeit integraler Bestandteil der Versorgungsqualität – unterstützt durch Ausbildung und interne Programme.
Diese Beispiele machen deutlich: Die Herausforderung ist erkannt – und lösbar. Was fehlt, ist nicht das Wissen, sondern der politische Wille, die sprachliche Realität unseres Kantons verbindlich in die Planung zu integrieren.
Eine ernsthafte Spitalplanung muss die Zweisprachigkeit aktiv berücksichtigen. Alles andere greift zu kurz.

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